Vorgestern trafen Sie ein. Sie haben russische Name zugewiesen bekommen, weil ihre chinesischen Namen für Europäer und Osteuropäer nicht aussprechbar sind. Pavel, Pjotr, Lisa und Bella. Ich werde zur gegeben Zeit natürlich protestieren und mir auch einen russischen Namen einklagen. Wie wärs mit Natascha? Nach dem wir uns den ersten Tag mehr oder weniger angeschwiegen haben und jeder in seinem Zimmer hockte, broch gestern Abend das Eis, was mich sehr glücklich stimmte. Ich lag auf meinem Bett und las Shades of Grey II und hörte fröhliche Chinesen, die mit zwei Mädchen auf englisch und russisch versuchten Kommunikation zu betreiben. Irgendwann wurde die Heiterkeit in die Küche verlegt und ich wurde neugierig. Ich wollte auch lachen und lustig sein und mich unterhalten. Ich schnappte mir meine Tasse und ging in die Küche unter dem Vorwand mir Tee kochen zu wollen. Als ich wieder gehen wollte, rannte mir Pjotr hinterher und lud mich zum Abendessen ein. Hunger hatte ich keinen, aber ich gesellte mich mit meinem Tee dazu. Es war richtig schön und wir haben uns super unterhalten, zwar mehr auf englisch, aber macht ja nichts. 5 Stunden später gingen wir dann alle zu Bett. Der heutige Tag war bereits sehr anstrengend. Zwei Doppelstunden Phonetik und die dritte folgte bis eben. Das Thema meiner ersten eigenen Sitzung: e-Laute. Die Studenten haben mehr oder weniger motiviert mitgemacht, aber sie befolgen brav jede Anweisung. So musste ich auch gleich improvisieren, da mein Material gerade mal für 45 Minuten gereicht hat und ich bin unglaublich froh, dass ich die deutsche Phonetik, vor allem die Transkription ganz gut beherrsche. Die Hausaufgabe lautet übrigens folgende Strophe auswendig zu lernen:
E-e-e, überall liegt Schnee.
Weiβ ist der Hof, weiβ ist das Haus.
Alles sieht so sauber aus.
E-e-e, überall liegt Schnee.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen